Seit 30 Jahren sind wir in Äthiopien, seit vier Jahren unterstützen wir dieses Augen Projekt in Addis Abeba. In der Kooperative „Signum Vitae" werden Brillen per Hand von Behinderten gefertigt, angegliedert ist eine Augenklinik. Die wunderbaren handgefertigten Brillen bringen wir nach Deutschland. Es gibt Optiker, die uns unterstützen, die gerne für das Projekt spenden. Mit 50 Euro ermöglichen wir armen Menschen eine Cataract-Operation (Grauer Star) in Addis. In Deutschland kann jeder Käufer einer Brille über einen Code im Brillenbügel nachverfolgen, welchem Menschen im fernen Äthiopien das Augenlicht wieder gegeben wurde. Vor ein paar Wochen haben sich Birgit und Christiane (beide Augenärztinnen aus Stuttgart), Heike (Augenärztin aus Augsburg) und Angelika (verantwortet gemeinsam mit Christiane dieses Projekt) auf den Weg nach Addis Abeba gemacht: Mit großer Neugierde und Vorfreude im Gepäck wollten sie sich anschauen, wie eine Graue-Star-(Cataract)-OP „auf äthiopisch" durchgeführt wird und wo noch Unterstützung nötig sein könnte. Nach einer herzlichen Begrüßung bei Signum Vitae und der traditionellen äthiopischen Kaffee-Zeremonie ging es in den OP, wo Dr. Meriem Senaj an dem Tag sechs Patienten operierte: Die Linsewurde ohne Phakoemulsifikation (= Zerkleinerung und Absaugen der Linse, dem Standard-Verfahren bei uns) im Ganzen über einen großen, langen Tunnelschnitt in der Lederhaut, der am Ende der Operation nicht zugenäht werden muss, entfernt. Birgit und Heike waren begeistert: dieses Verfahren ist perfekt für Patienten, die eine weit fortgeschrittene Trübung ihrer Linse haben und es wird bei Signum Vitae sehr versiert umgesetzt. Mit Dr. Meriem wurde noch lange und intensiv diskutiert - an nur wenigen Schritten haben die deutschen Augenärztinnen Veränderungen vorgeschlagen, um das Verfahren zu vereinfachen und dadurch die Sicherheit zu erhöhen. Für den nächsten Besuch haben Birgit und Heike bereits gemeinsame Operationen mit Dr. Meriem geplant. Die Vorfreude ist jetzt schon groß/Christiane