Vor zehn Jahren, kurz nach Nargis, hatten wir die Idee für die „swimming doctors„ Zwei Jahre später wurde das erste Schiff, ein Reisfrachter umgebaut (hier im Bild) und in Dienst gestellt. Dieses Schiff hat seinen gutes Werk getan, es wurde Anfang dieses Jahres außer Dienst gestellt. Im Jahr 2014 wurde mit den „swimming doctors 2„ ein Neubau gebaut und von uns betrieben. Seit zwei Jahren wird dieses Schiff von der Artemed Stiftung betrieben. Im Jahr 2016 lief dann „swimming doctor 3„ vom Stapel. Neben den fast bau-und ausstattungsgleichen „swimming doctors Schiffen ist noch ein kleines Boot im Irrawaddy-Delta unterwegs, die „mobile clinic„ der Amara Stiftung. Alle drei Stiftungen sind in München und arbeiten dort zusammen - ebenso im Delta. Um die Zusammenarbeit sinnvoll zu koordinieren, wurde die Arbeitsgemeinschaft „DeltaDocs" gegründet. Koordination bedeutet Absprache der Einsatzgebiete, Gestaltung einheitlicher Arbeitsverträge, Erstellung gemeinsamer Hygiene-, diagnostischer und therapeutischer Standards, einheitliches Dokumentationssystem, fachlicher Austausch zwischen den deutschen Ärzten und Zahnärzten, gemeinsame Datenauswertung und gemeinsame Weiterbildung der burmesischen medizinischen Teams. In Yangon finden jedes Jahr gemeinsame Weiterbildungen statt, in Deutschland treffen sich die Koordinatoren regelmäßig, in Myanmar stehen die örtlichen Manager in ständigem Kontakt.
Gerade haben wir eine gemeinsame Jahresstatistik für sd2 und sd3 erstellt. Bei 12 Missionen im Jahr sind die Schiffe durchschnittlich 21 Tage pro Monat in ihrem Einsatzgebiet unterwegs. Sie behandeln durchschnittlich 62 Patienten pro Tag, davon etwa 30 Prozent Kinder. Bei den Erwachsenen überwiegen die Frauen (ca 2 / 3 ) Bei den sd3 werden noch 30 Patienten pro Tag zahnärztlich behandelt.
Die Top 3 der medizinischen Diagnosen nach dem internationale Diagnosschlüssel sind sowohl akute als auch chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen , Erkrankungen des Stütz-und Bewegungssystems und Atemwegserkrankungen. Bei Kindern haben wir eine hohe Rate an Hauterkrankungen. Auch Diabetes ist eine häufig gesehene Erkrankung im Delta.
Diese Daten, deren genaue Aufschlüsselung in 19 ! Krankheitskategorien am Ende jedes Behandlungstages an Bord mit hoher Plausibilität erfolgt, erlaubt uns z.B . eine Qualitätskontrolle, die gezielte Schulung unserer burmesischen Teams und deutschen Mentoren und die Fokussierung auf im Delta notwendige Diagnostik und Therapie. Die Kooperation der drei Schiffe ist ein grosser Fortschritt. Um Verwechslungen zwischen den zwei ähnlichen Schiffen zu vermeiden, wurde sd2 in „River Doctors" umbenannt/Prof. em. Dr. W. Mutschler
