Freitag, 27. Juli 2018

Zwei deutsche Zahnärztinnen

Mit viel Gepäck, Vorfreude und hohen Erwartungen sind wir gestartet. Rückblickend können wir sagen: Unsere Erwartungen wurden übertroffen! Für den Besuch von vier Schulen in vier Dörfern im Delta südlich hatten wir im Vorfeld die Genehmigung der Regierung erhalten. Nach Absprache mit den zuständigen Lehrern der Schulen wurde unser Besuch für drei Tage vorbereitet. Wir wurden sehr offen empfangen und von allen Einheimischen unterstützt. Nachdem Dr. Muyar, die Zahnärztin an Bord, eine kurze Präsentation über wichtige Fakten zur Mundgesundheit und Prophylaxe gehalten hatte, waren wir an der Reihe. Eingeteilt nach Klassen erklärten wir den Kindern die richtige Putztechnik, verteilten Zahnbürsten und Fluoridgel und übten das Zähneputzen gemeinsam. Danach führten wir mit kleinen Befundzetteln ein Check-up durch und markierten die Zähne die behandelt werden mussten. Anhand der Zettel wurde den Kindern erklärt, welche Behandlungen notwendig sind. Dabei ging es vor allem um Füllungen und Extraktionen von stark entzündeten Zähnen, aber auch um prophylaktische Maßnahmen wie Zahnsteinentfernung oder Fissurenversiegelung. Es war ein voller Erfolg: Nach unseren Schulbesuchen konnte sich die Swimming Doctors nicht mehr vor kleinen Patienten retten. Sehr viele kamen an Bord und wollten behandelt werden und die Patientenbücher stapelten sich im Dental Office. Dank der neu angeschafften mobilen Einheit und einem zweiten kleinen Behandlungsstuhl konnten wir parallel behandeln und Dr. Muyar sehr viel Arbeit abnehmen.

Die Erfahrungen haben uns gezeigt, dass es mit Engagement und Geduld möglich ist, ein funktionierendes Prophylaxe- und Behandlungskonzept in den Dörfern zu integrieren. Eine halbjährliche Aufklärung in die Schulen ist nötig, um die Wichtigkeit der Mundhygiene und den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt bei den Dorfbewohner zu verankern. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit an Bord der Swimming Doctors und sind immer noch überwältigt von der Herzlichkeit und Dankbarkeit die uns von den Menschen entgegen gebracht wurde. Ganz besonderer Dank gilt Khukhu und Hanna von Stiftunglife, die uns als Übersetzer tatkräftig zur Seite standen. Darüber hinaus brachten sie uns Land, Kultur und Leute ein ganzes Stück näher!. Ebenso bedanken möchten wir uns bei Naing und der gesamten Bootscrew die uns ebenfalls tatkräftig unterstützten, Zahnbürsten verteilten, Befunde notierten, Materialien schleppten oder Fotos schossen. Insgesamt untersuchten wir in den vier Schulen 1028 Schüler aus unterschiedlichsten Altersklassen sowie einige Lehrer und versorgten sie mit Zahnbürsten und Zahnpasta. Viele behandelten wir dann auch im Dental Office an Bord. Viele Grüße Jana und Verena