Samstag, 19. März 2016

Warum sind so viele Kataraktoperationen in Entwicklungsländern erforderlich?

Warum sind so viele Kataraktoperationen in Entwicklungsländern erforderlich?



Desta Afessa kann wieder sehen

Die Mehrzahl aller Katarakte (grauer Star) tritt im Alter auf. Die klare Linse im Auge trübt sich im Laufe eines natürlichen Alterungsprozesses, also ähnlich der Faltenbildung der Haut oder dem Grauwerden der Haare. Man sieht wie durch einen Schleier. Dieser wird im Laufe der Zeit immer dichter, bis das Auge am Ende fast nur noch zwischen hell und dunkel unterscheiden kann. Weitere Ursachen sind zum Beispiel Augenverletzungen, schwere Entzündungen und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) oder aber auch Mangelernährung. Auch durch intensive und häufige UV-Strahlung kann Katarakt hervorgerufen werden. Weltweit sind rund 20 Millionen Menschen – vor allem in Afrika und Asien – dadurch erblindet. Die Krankheit ist weltweit die häufigste Ursache für Blindheit.

Die gute Nachricht: Grauer Star ist heilbar! Zwar nicht durch Medikamente aber mithilfe einer Operation können Betroffene ihr Augenlicht zurückerhalten. Die getrübte Augenlinse wird dabei durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Operation dauert nur etwa 15 Minuten. In Deutschland und anderen Industrieländern wird Katarakt meist frühzeitig behandelt und somit einer Erblindung vorgebeugt. Nicht so in Entwicklungsländern. Dort wissen viele Betroffene gar nicht, woran sie erkrankt sind. Sie merken nur, dass ihre Augen immer schwächer werden, sie kaum noch etwas sehen. Sie sind auf die Betreuung durch ihre Angehörigen angewiesen und können nicht mehr arbeiten. Leider sind die meisten Menschen in Entwicklungsländern zu arm und können sich eine solche Operation nicht leisten.

Hier setzt das Projekt www.2sehen.de der Stiftunglife ein: Bisher konnten 240 bedürftige Patienten in Addis Abeba in der Augenklinik von Signum Vitae operiert werden und danach wieder wunderbar sehen. Sie können weiter in ihren Familien leben, sind nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Ihre Kinder und Enkelkinder, die sie bisher betreut haben, können wieder zur Schule oder Arbeit gehen oder aber sie selbst können wieder für sich sorgen. So wie die Bäuerin Desta Afessa aus der Nähe von Addis Abeba, die sich nun wieder um ihre Kinder und Enkel kümmern kann. Sie wurde in der Augenklinik operiert. Finanziert wurde die Operation durch den Verkauf einer Brille hier in Deutschland durch einen Optiker, der sich dem Projekt www.2sehen.de der Stiftunglife angeschlossen hat./ab