Sonntag, 9. Februar 2014

Freunde der Stiftung


Das Kennenlernen in München begann ganz nett. Patrick, ein junger Student, hatte von den Swimming Doctors gehört und wollte gerne auf unser Schiff. Frau Hoepfner brachte uns zusammen. Nach einer halben Stunde wurde es dann doch schwierig, als ich fragte: „Was kann denn ein Student im zehnten Semester den Swimming Doctors und den Menschen im Delta bringen?“ Patrick überlegte und antwortete seinerseits mit der Frage: „Was muss er denn können, damit er aufs Schiff darf?“ – Das war klug und lösungsorientiert. Gemeinsam haben wir an dem Tag noch eine gute Antwort gefunden. Patrick wurde Ultraschallexperte und gab sein Wissen an die Swimming Doctors weiter. Drei Jahre später sind wir wieder zusammen. Dieses Mal in Yangon. Patrick war inzwischen einige Male auf dem Schiff. Gestern ist er von einem Kurzeinsatz im Delta zurückgekommen. Mit viel Liebe und Engagement hat er die Swimming Doctors zu seinem Projekt gemacht. Neben dem Studium, neben dem Examen und in Zukunft neben der Arbeit. Patrick ist inzwischen fertiger Mediziner. In zwei Wochen fängt er in Kiel zu arbeiten an. Er hat seinen Traumjob bekommen an der Uniklinik. Rundum glücklich steht er mir gegenüber und berichtet von seinen letzten Tagen im Delta. Es war viel zu tun, 50 Patienten haben sie jeden Tag behandelt. Zahnweh, Bauchweh, Durchfall, Schwangere und kranke Kinder. Im letzten Jahr hat Patrick bei einem Kaiserschnitt geholfen, es war ein Notfall. Alles ist gut gegangen. Die dankbaren Eltern haben ihrem Kind den Namen „Patrick“ gegeben. Stundenlang kann Patrick schöne Geschichten von den Einsätzen erzählen, inzwischen auch auf Burmesisch. /JG